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Deutsche Musikfestivals

Hinsichtlich musikalischer Vielfalt gab es in Deutschland auch im Jahre 2011 zahlreiche Möglichkeiten, die nahezu jeden Geschmack zu treffen vermochten. Klassikfreunde begeisterten sich auch dieses Jahr an großen Inszenierungen, beeindruckenden Solisten und grandios aufspielenden Orchestern. Viele von jenen Interessenten ließen sich auch dieses Jahr von den traditionell sehr gut besuchten Bayreuther Festspielen beeindruckten, welche dieses Jahr ihr einhundertjähriges Jubiläum zelebrierten. Große Dirigenten wie Tietjen, Knappertsbusch, Karajan oder Böhm, die dort einst brillierten, wurden ebenso gewürdigt wie Wagners Nachkommen. Dieses Jahr allerdings bemühten sich der Dirigent Thomas Hengelbrock und der Intendant Sebastian Baumgarten um eine neuartige, erfrischende Präsentation der großen Wagner Opern Lohengrin und Tristan und Isolde. Mehrere historische Kulissen wie Wartburg oder Venusberg wurden umgewandelt in Biogasanlagen und Fabrikgebäude.

Insgesamt hinterließ jene Inszenierung beim Publikum gemischte Gefühle. Klassikliebhaber konnten ferner einen Abstecher zum Schleswig-Holstein-Musik Festival wagen, bei welchem Stargeigerin Anne-Sophie Mutter mit der klassisch eleganten Interpretation von Felix Mendelssohns Violinkonzert in E-Moll den Höhepunkt darstellte, umrahmt von hingebungsvoller Mahler Darbietung durch das Pittsburgh Symphony Orchestra unter Leitung von Manfred Honeck. Die Jazzanhänger unter uns kamen beim 42. Deutschen Jazzfestival in Frankfurt am Main ebenfalls auf ihre Kosten. Der berühmte Coltrane Schüler Archie Shepp gastierte und überzeugte die Besucher mit feurigen Free Jazz Interpretationen von Werken Billie Holidays oder jenen von Charlie Parker.

Die Chartmusikanhänger zog es in Scharen zum diesjährigen Halberg Open Air Konzert mit Interpreten wie Cassandra Steen oder den Bundesvision Song Contest Teilnehmern Bosse oder Frida Gold. Die Fans von Elektromusic und Dance hingegen feierten auf dem seit 1995 stattfindenden Nature One Musikfestival im Hunsrück. Untermalt wurde das von über 54.000 Menschen besuchte Spektakel mit Feuerwerk und Lasershow. Das von über 350.000 Zuschauern heimgesuchte Schlagermove Festival im Juli war allerdings dieses Jahr eines der beliebtsten musikalischen Höhepunkte in Deutschland. Altgedienten Schlageridolen wie Jürgen Drews oder Costa Cordalis gelang es die Menge entsprechend zu unterhalten.

Ebenfalls sehr beliebt war Hessens größtes musikalisches Highlight, nämlich das Schlossgrabfest, welches von insgesamt 400.000 Menschen besucht wurde. Ein gemischtes Repertoire aus Hip-Hop, Rock, Pop, Reggae oder Soul wurde dort angeboten und traf damit den Geschmack der angereisten Zuhörer. Auch die musikalisch sehr ausgefallenen Klänge der Weltmusik vermochten eine große Menge von Musikliebhabern auf dem TFF Rudolstadt Festival zu begeistern. Der senegalesische Sänger Youssou N’Dour war ebenso von der Partie wie Bands aus der Schweiz, Indien oder der Ukraine. Folglich bestach Deutschland einmal mehr durch vielfältige musikalische Variationen aller Art und Güte.